unglückliche frau vor dem laptop
Mitarbeiter:innen kommen und gehen. In manchen Branchen und Unternehmen mehr, in anderen weniger. Doch was, wenn auf einmal zu viele gehen? Was, wenn Dein Unternehmen dauerhaft zu einer Art Durchlaufstelle wird und Mitarbeiter:innen kommen und gehen wie Kund:innen in einem Supermarkt? Nun, dann hast Du wahrscheinlich mit einer zu hohen Mitarbeiter-Fluktuation zu kämpfen.

In diesem Artikel wollen wir Dir u.a. erklären, was Mitarbeiter-Fluktuation überhaupt bedeutet, welche Arten und Gründe es gibt und Dir konkrete Maßnahmen zeigen, wie Du eine zu hohe Fluktuation schnell wieder in den Griff bekommst. 

Inhaltsverzeichnis

Definition von Mitarbeiter-Fluktuation

Unter Mitarbeiterfluktuation versteht man die statistische Messung von Personalabgängen in einem Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Sie umfasst natürliche Abgänge (Rente), interne Wechsel sowie Eigen- und Fremdkündigungen.

3 Arten von Mitarbeiter-Fluktuation

Spricht man von Mitarbeiter-Fluktuation unterscheidet man grundsätzlich 3 verschiedene Arten: die natürliche, die unternehmensexterne und die unternehmensinterne Mitarbeiter-Fluktuation. Im Folgenden schauen wir uns alle 3 Arten mal genauer an:

Natürliche Fluktuation

Von einer natürlichen Fluktuation ist die Rede, wenn Mitarbeiter:innen aufgrund des Auslaufens eines befristeten Arbeitsvertrages, des Renteneintritts, einer Elternzeit oder des Todes aus dem Unternehmen ausscheiden. Das Letzte ist natürlich etwas hart, muss aber der Vollständigkeit halber auch genannt werden. Auf die natürliche Fluktuation hast Du als Arbeitgeber:in also wenig bis gar keinen Einfluss.

Unternehmensexterne Fluktuation

Etwas anders sieht es dagegen schon bei der unternehmensexternen Fluktuation aus. Hier kündigt der Mitarbeitende seinen/ihren Arbeitsvertrag aus eigenem Wunsch mit dem Ziel, das Unternehmen zu wechseln. Geschieht das bereits innerhalb der ersten 12 Monate in einem Unternehmen, dann nennt man diesen Sonderfall “Frühfluktuation”. Gründe für eine unternehmensexterne Fluktuation können z.B. saisonale Veränderungen oder Schwankungen in der Konjunktur sein.

Unternehmensinterne Fluktuation

Bei der unternehmensinternen Fluktuation verlassen die Mitarbeiter:innen das Unternehmen nicht. Sie wechseln lediglich innerhalb des Unternehmens ihre Stelle bzw. ihre Abteilung. Das kann natürlich die Folge einer vorausgegangenen unternehmensexternen Fluktuation sein. Diese Art der Fluktuation kann aber auch eine Chance für Mitarbeiter:innen sein, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln und beruflich aufzusteigen.

Wie Du bestimmt schon erkannt hast, ist es wichtig, besonders die unternehmensexterne Fluktuation zu beobachten, zu analysieren und durch gezielte Maßnahmen auf einem dauerhaft niedrigen Niveau zu halten. Sie ist nämlich ein guter Indikator dafür, wie zufrieden und motiviert die Mitarbeiter:innen in Deinem Unternehmen sind! Deine Mitarbeiter:innen sollen schließlich nicht so im Büro sitzen:

unzufriedene mitarbeiterin am arbeitsplatz
Bild: Drobot Dean - stock.adobe.com

Berechnung der Mitarbeiter-Fluktuation

Jetzt stellt sich aber die Frage: Wann ist Fluktuation nicht mehr gesund? Um einen Überblick über die Fluktuation in Deinem Unternehmen zu behalten, kann die Fluktuationsrate herangezogen werden. Diese berechnet sich wie folgt:

Fluktuationsrate = Durchschnittlicher Personalbestand / Anzahl der Abgänge ​× 100

Fluktuations-Rechner

Vergleiche Deine Rate direkt mit dem Branchendurchschnitt.

Deine Rate:

Um die Mitarbeiter-Fluktuation in Deinem Unternehmen realistisch einzuordnen, ist ein Vergleich mit dem Branchendurchschnitt unerlässlich. Die Bundesagentur für Arbeit erhebt hierfür regelmäßig die Fluktuationsrate, indem sie die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ins Verhältnis zu den Jobwechseln setzt. Während die gesamtwirtschaftliche Fluktuationsrate in Deutschland meist stabil um die 30 % schwankt, zeigen Daten von Destatis, dass insbesondere im Dienstleistungssektor und in der Pflege die Dynamik aufgrund der hohen Arbeitsbelastung deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Illustration zu Berechnungsmöglichkeiten von Mitarbeiter-Fluktuation

Wie viel Prozent Fluktuation ist normal?

Die kurze Antwort: Eine Fluktuationsrate zwischen 8 % und 12 % gilt in Deutschland über fast alle Branchen hinweg als gesund und „normal“.

Man spricht hier auch von einer „natürlichen Erneuerungsquote“. Ein Wert von 0 % wäre paradoxerweise oft sogar ein Warnsignal für Stagnation.

Hier ist die detaillierte Einordnung, damit du deine Zahlen bewerten kannst:

  • Unter 5 %: Sehr stabil. Das ist oft im öffentlichen Dienst oder bei hochspezialisierten Industrieunternehmen der Fall. Gefahr: „Betriebsblindheit“ und mangelnde Dynamik.
  • 8 % bis 12 %: Der „Sweet Spot“. Es gibt genug Kontinuität, um Wissen im Haus zu halten, aber auch genug frischen Wind durch neue Mitarbeiter:innen.
  • Über 15 %: Hier solltest du genauer hinschauen. In Branchen wie IT ist das aufgrund des Marktdrucks noch erklärbar, in der Produktion deutet es oft auf Probleme in der Führung oder bei den Arbeitsbedingungen hin.
  • Über 30 %: Kritisch. Hier entstehen massive Kosten und Unruhe im Team (Ausnahme: Saisonbetriebe).

Welche Branche hat die höchste Mitarbeiter-Fluktuation?

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BrancheFluktuationsrate (ca.)Charakteristik
Gastgewerbe (Gastronomie/Hotellerie)35 % – 45 %Sehr hoch (Saisonalität, viele Aushilfen)
Transport, Logistik & Verkehr25 % – 30 %Hoch (starker Wettbewerb, Fachkräftemangel)
Baugewerbe20 % – 25 %Moderat bis hoch (witterungsbedingt)
Gesundheits- & Sozialwesen (Pflege)18 % – 22 %Steigend (hohe Arbeitsbelastung)
Handel (Einzelhandel)15 % – 20 %Moderat
Information & Kommunikation (IT)12 % – 18 %Moderat (hohes Headhunting-Risiko)
Verarbeitendes Gewerbe (Industrie)8 % – 12 %Niedrig (hohe Bindung, Tarifverträge)
Finanz- & Versicherungsdienstleister7 % – 10 %Niedrig
Öffentlicher Dienst3 % – 5 %Sehr niedrig (hohe Jobsicherheit)

Datenquelle: Darstellung basierend auf den Strukturdaten der Bundesagentur für Arbeit (Statistik der Fluktuation) sowie ergänzenden Berichten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zum Branchenvergleich 2023/2024.

Ursachen für Mitarbeiter-Fluktuation im Überblick

Warum verlassen Mitarbeiter ein Unternehmen? Die Gründe sind vielfältig, lassen sich jedoch in vier Kernbereiche unterteilen. Dabei gilt: Oft geben emotionale Faktoren den Ausschlag, selbst wenn rationale Gründe vorgeschoben werden.
  • Emotionale Gründe (Der Haupttreiber):
    Unzufriedenheit mit der Unternehmenskultur, Konflikte im Team oder mangelnde Work-Life-Balance führen oft zur Kündigung.
    Laut einer Forsa-Studie (2022) ist ein schlechter Führungsstil für 28 % der Befragten der Hauptgrund für einen Jobwechsel.
  • Logisch-rationale Gründe:
    Hierzu zählen klassische “Hard Facts” wie die Gehaltshöhe, die Entfernung zum Arbeitsplatz oder fehlende Karriereperspektiven.
    Dennoch zeigt die Psychologie: Auch rationale Entscheidungen werden oft durch das subjektive Wohlbefinden beeinflusst.
  • Wirtschaftlich-konjunkturelle Gründe:
    Externe Faktoren wie die allgemeine Wirtschaftslage spielen eine große Rolle. In Phasen des Aufschwungs steigt die Wechselbereitschaft
    aufgrund zahlreicher Alternativen (Arbeitskräftemangel), während Mitarbeiter in Krisenzeiten eher auf Sicherheit setzen.
  • Persönliche Gründe:
    Lebensverändernde Ereignisse wie Familienplanung, Umzüge oder private Umbrüche entziehen sich meist dem Einfluss des Arbeitgebers,
    führen aber regelmäßig zu natürlicher Fluktuation.

Emotionen beeinflussen das menschliche Handeln mehr als alles andere. Deswegen ist im Kontext der Mitarbeiter-Fluktuation und Mitarbeiterbindung enorm wichtig, wie sich Mitarbeiter:innen in ihrem Job fühlen.

Nachdenklich und traurig wirkender Mann im Büro
Bild: borna hrzina - unsplash.com

Natürlich kannst Du als Arbeitgeber:in nicht allen Gründen immer perfekt vorbeugen. Auf einige Gründe hast Du schlichtweg keinen Einfluss. Jedoch gibt es besonders bei den emotionalen Gründen einiges, was Du tun kannst, um eine zu hohe Mitarbeiter-Fluktuation zu verhindern. Du fragst Dich, was das ist? Dann schau doch einfach mal in unsere Artikel zu New Leadership, Mitarbeitermotivation und Mitarbeiter-Benefits rein! 🙂

Kosten von Mitarbeiter-Fluktuation

Mitarbeiter-Fluktuation verursacht Kosten. Kosten, die Dein Unternehmen sich sparen kann, wenn auf die richtigen Maßnahmen gesetzt wird, um die Fluktuation zu kontrollieren. An welchen Stellen des Fluktuationsprozesses Kosten für Dein Unternehmen entstehen und wie hoch diese ausfallen können, erfährst Du in diesem Abschnitt. Die hier angegebenen Kosten pro Kündigung basieren auf einer Studie von Günther Wolf, einem angesehenen Experten im Bereich Personalmanagement aus dem Jahr 2017.

Austritt aus dem Unternehmen

Mit der Kündigung eines Mitarbeitenden beginnt die erste Phase der Fluktuation. Schon jetzt entstehen Kosten für Kündigungs- und Abschlussgespräche oder auch für eventuelle Lohnfortzahlungen oder Abfindungen. Diese direkten Kosten belaufen sich im Durchschnitt auf ca. 2.140 €. Mit enthalten sind eventuelle Anwalts- und Gerichtskosten im Falle eines Rechtsstreits. Dann wird’s natürlich richtig hässlich.

Besonders wichtig sind in dieser Phase die Abschlussgespräche oder auch sogenannte Exit-Interviews. Sie sind dazu da, zu verstehen, wieso der Mitarbeitende das Unternehmen überhaupt verlässt. Im Anschluss daran können dann gegebenenfalls wertvolle Schlüsse aus den Aussagen der Mitarbeitenden gezogen werden. Auf diesem Wege kannst Du selber dazulernen ( New Leadership 😉 ) und vielleicht verhindern, dass mehr Mitarbeiter:innen Dein Unternehmen aus den gleichen Gründen verlassen. Die Kosten, die hierfür entstehen, sind die Indirekten Kosten der Fluktuation. Dazu zählen z.B. auch die Kosten für die Erstellung eines Arbeitszeugnisses, einer Umplanung aufgrund des Wegfalls eines Mitarbeitenden oder auch eventuell zu leistende Überstunden der verbliebenen Mitarbeiter:innen. Auch hier können pro Kündigung also wieder Kosten in Höhe von 2.120 € entstehen. Autsch!

Recruiting neuer Mitarbeiter:innen

Jetzt geht der “Spaß” aber erst so richtig los. Im Normalfall müssen Mitarbeiter:innen natürlich ersetzt werden, wenn sie das Unternehmen verlassen. Auch für die Recruiting-Phase entstehen dementsprechend wieder Kosten für Dein Unternehmen. Zuerst müssen Stellenanzeigen geschaltet werden. Im Anschluss werden Bewerbungsgespräche geführt und Arbeitsverträge aufgesetzt. Insgesamt können die Kosten dafür bis zu 4.590 € betragen. Doppelt Autsch!
Das Ganze geht natürlich nicht einfach von alleine, weswegen der administrative Aufwand nicht außer Acht gelassen werden sollte. Stellenanzeigen müssen schließlich erst einmal erstellt und Bewerber:innen ausgewählt werden. Wer bekommt eine Zu- und wer eine Absage? Insgesamt müssen Mitarbeiter:innen also viel Zeit und Nerven in die Einstellung eines/r neuen Kolleg:in stecken. Auch dafür können Kosten in Höhe von sage und schreibe 6.115 € entstehen.

Einstellung und Onboarding neuer Mitarbeiter:innen

Fast geschafft! Nun muss das neue Teammitglied natürlich noch seine Unterschrift unter den Arbeitsvertrag setzen und im Anschluss ordnungsgemäß ongeboardet werden. Auch hier entstehen für Dein Unternehmen natürlich wieder einige Kosten. Schließlich müssen alle neuen Mitarbeiter:innen zunächst eingearbeitet werden, Aufgaben zugewiesen bekommen und zumindest während der ersten Tage auf die Hilfe ihrer Kolleg:innen bauen können. Können die neuen Mitarbeitenden selbstständig arbeiten und ihren Teil zur Teamleistung beitragen, ist die letzte Fluktuations-Phase abgeschlossen und Dein Unternehmen um bis zu 4.100 € leichter.

Opportunitätskosten

Die Fluktuation ist nun zwar abgeschlossen, aber die Kosten bleiben. Es fallen ebenfalls Kosten schon für die Zeit an, in der ein Mitarbeitender schon gekündigt, aber das Unternehmen noch nicht verlassen hat. In den meisten Fällen nimmt dann die Produktivität von Mitarbeiter:innen deutlich ab. Das kann daran liegen, dass sie sich schon nach  neuen Jobs während der Arbeitszeit erkundigen oder eine “Nach mir die Sinnflut”-Einstellung haben. Projekte und Aufgaben bleiben auf der Strecke, das Betriebsklima ändert sich und vielleicht werden weitere Mitarbeiter:innen beeinflusst. Wenn der austretende Mitarbeitende dann auch noch zu einem direkten Wettbewerber wechselt, ist das Chaos perfekt. Insgesamt können in dem Zusammenhang Kosten  in Höhe von bis zu 16.800 € entstehen.

Kosten bei Fehleinstellung

Stellst Du eine/n neue/n Mitarbeiter:in ein, heißt das natürlich nicht, dass diese/r nicht auch wieder das Unternehmen verlässt. Schließlich kann keiner im Vorhinein wissen, wie die Zusammenarbeit auf lange Sicht funktioniert und ob die gesetzten Ziele erreicht und Erwartungen erfüllt werden. Verlässt ein neuer Mitarbeitende Dein Unternehmen also nach kurzer Zeit wieder, war die ganze Vorarbeit für die Katz und es können zusätzliche Kosten in Höhe von 7.200 € entstehen.

Wie Du siehst, ist die Fluktuation ein echter Geldfresser. Insgesamt können pro Kündigung also Kosten in Höhe von ca. 43.000 € entstehen. Natürlich sind die Kosten jedoch auch abhängig von der Stelle und der Branche. Das Geld, was in die Fluktuationskosten fließt, kann Dein Unternehmen an anderer Stelle aber sicherlich viel besser gebrauchen. Deswegen ist es wichtig, einer zu hohen Fluktuation rechtzeitig entgegenzuwirken. 

Was kostet Mitarbeiter-Fluktuation wirklich?

Fluktuation ist ein massiver Geldfresser. Laut der Studie von Günther Wolf (2017) belaufen sich die Kosten pro Kündigung im Durchschnitt auf etwa 43.000 €. Diese Kosten setzen sich aus direkten Ausgaben und indirekten Produktivitätsverlusten zusammen.

Phase des AustrittsKosten (ca.)
Austritt & Offboarding (Admin, Zeugnis, Exit-Gespräch)4.260 €
Recruiting (Anzeigen, Auswahl, Administration)10.705 €
Onboarding (Einarbeitung, Training)4.100 €
Opportunitätskosten (Produktivitätsverlust, Vakanz)16.800 €
Risiko Fehleinstellung (Zusatzkosten bei erneutem Wechsel)7.200 €
Gesamtkosten pro Kündigungca. 43.065 €

Die Kostentreiber im Detail:

  • 1. Direkte & Indirekte Austrittskosten: Neben administrativen Kosten für Zeugnisse und Abfindungen (ca. 2.140 €) schlagen Exit-Interviews und die Umplanung des Teams mit weiteren 2.120 € zu Buche.
  • 2. Hoher Recruiting-Aufwand: Die Suche nach Ersatz kostet Zeit und Nerven. Allein die Schaltung von Anzeigen und der administrative Auswahlprozess verursachen Kosten von über 10.000 €.
  • 3. Opportunitätskosten – Der unsichtbare Faktor: Mit 16.800 € ist dies der größte Block. Er umfasst den Produktivitätsabfall vor dem Austritt (“innere Kündigung”) sowie die Zeit, in der die Stelle unbesetzt bleibt.

Fazit: Investitionen in die Mitarbeiterbindung sind wirtschaftlich immer sinnvoller als die Kosten einer hohen Fluktuation.

Welche Vorteile kann Fluktuation haben?

Fluktuation kann auch gleichbedeutend mit einer Art frischem Anstrich sein. Mitunter kann es vorkommen, dass sich alteingesessene Mitarbeiter:innen “festfahren” und sich in alten Denkmustern verlieren. Auf die Frage: “Wieso machen wir das so?” wird dann eventuell einfach mit “Weil wir das schon immer so gemacht haben” geantwortet. Kommen aber vereinzelt neue Mitarbeiter:innen ins Unternehmen, kann das neue Denkweisen anstoßen und für neue Impulse sorgen. Es entsteht eine Art Synergie aus langjähriger Erfahrung und Expertise im Unternehmen und aus frischen Gedanken und neuen Lösungsansätzen. Eine gesunde Fluktuation von Mitarbeiter:innen ist also durchaus förderlich für die Kreativität und die Zukunftsfähigkeit Deines Unternehmens.

Konsequenzen einer (zu) hohen Mitarbeiter-Fluktuation

Gehen wir mal davon aus, Du bist Geschäftsführer:in eines kleinen oder mittelgroßen Unternehmens – bestenfalls im IT- und Software-Bereich. Welche Folgen kann eine zu hohe Mitarbeiter-Fluktuation dann auf Dein Unternehmen haben?
Gerade in kleinen und mittelgroßen Unternehmen (oder in Start-ups) ist es wichtig, eine feste Kernbelegschaft zu bilden. In dieser sammelt sich das geballte Know-How, welches Dein Unternehmen braucht und gleichzeitig sind diese Mitarbeiter:innen auch essentiell für den Wissenstransfer im Unternehmen, sollten neue Mitarbeiter an Bord kommen. Damit kommen wir auch schon zur ersten Konsequenz einer zu hohen Mitarbeiter-Fluktuation. Wenn sich nämlich keine richtige Kernbelegschaft bildet oder wichtige Teile dieser auf einmal wegbrechen, dann führt das zu:

Kompetenz- und Wissensverlust

Verlassen Mitarbeiter:innen regelmäßig Dein Unternehmen, dann bedeutet das auch immer einen Verlust an Wissen und Kompetenz. Der Haken dabei: Know-How lässt sich nicht einfach so ersetzen, wie eine kaputte Kaffeemaschine. Es kann eine lange Zeit dauern, bis ein Mitarbeitender sich dasselbe Wissen wie ein ehemaliges Teammitglied angeeignet hat. Vorrausgesetzt natürlich, Du findest überhaupt neue Mitarbeiter:innen (#Fachkräftemangel oder heute ja schon fast #Arbeitskräftemangel). Das kostet viel Zeit und ist ein schwerer Dämpfer für den Erfolg Deines Unternehmens.

Kundenbeziehungen leiden

Stell Dir vor, Du bist ein Kunde und hast regelmäßig mit den Mitarbeiter:innen eines Unternehmens Kontakt. Du hast über längere Zeit Vertrauen zu diesen Menschen aufgebaut und bist mit ihren Leistungen zufrieden. Eines Tages nimmt dann aber ein neuer Mitarbeitende den Hörer in die Hand und Du wunderst Dich, dass Luise auf einmal eher klingt wie ein Sebastian. Erstmal ist das natürlich nicht schlimm. Das ändert sich aber in dem Moment, in dem etwas anders – oder sogar schlechter – läuft, als Du es gewohnt bist. Hörst Du  nach 2 Monaten sogar vielleicht schon wieder eine andere Stimme am Telefon, gibt Dir das ein Gefühl von Unsicherheit und fehlender Verlässlichkeit. Lange Rede, kurzer Sinn: Eine zu hohe Mitarbeiter-Fluktuation kann dazu führen, dass Deine Kundenbeziehungen leiden und diese sich zu deinen Mitbewerbern bewegen.

Interne Unsicherheit

Doch nicht nur nach außen kann eine zu hohe Fluktuation von Mitarbeiter:innen ein Gefühl von Unsicherheit erzeugen. Auch unter der Belegschaft wird das Getuschel lauter und die Unsicherheit, wie es überhaupt um die Zukunft des Unternehmens steht, nimmt zu. Vorsicht: Eine zu hohe Fluktuation kann ansteckend sein! Im schlimmsten Fall folgt der eine Mitarbeitende dem anderen und die Produktivität des gesamten Teams leidet. Das gilt es unbedingt zu vermeiden.
Nachdenkliche Frau beim Arbeiten
Bild: carballo - stock.adobe.com
Zum Glück gibt es einige Maßnahmen, mit denen Du verhindern kannst, dass es überhaupt erst soweit kommt! 🙂

Maßnahmen für eine geringe Mitarbeiter-Fluktuation

In unserem Artikel zu “New Leadership” haben wir’s schon einmal gesagt: Mitarbeiter:innen verlassen nicht das Unternehmen, sondern ihre Führungskräfte. An diesem Satz ist einiges dran! Deswegen schauen wir im Folgenden auf die Maßnahmen, die du als Führungskraft selbst an den Start bringen kannst, um dafür zu sorgen, dass Dir Deine tollen Mitarbeiter:innen lange erhalten bleiben!

Mitarbeiterbindung als Schlüssel: So hältst Du Dein Team

Eine niedrige Fluktuation fällt nicht vom Himmel – sie ist das Ergebnis gezielter Mitarbeiterbindung. Wer heute Talente halten will, muss auf Mitarbeiterzentriertheit setzen: Das Spektrum reicht von individuellen Benefits und Home-Office-Modellen bis hin zu einem modernen Führungsstil („New Leadership“), der Coaching und Empowerment in den Fokus rückt. Auch klare Entwicklungsperspektiven sind essenziell, damit Stillstand erst gar nicht zum Kündigungsgrund wird.

Möchtest Du tiefer in die Umsetzung eintauchen? Hier findest Du weiterführende Strategien und Praxistipps:

Nicht immer läuft alles perfekt und nicht immer kann man es jedem zu jeder Zeit recht machen. Mit regelmäßigen Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit kann man allerdings die richtige Richtung erkennen: Welches positive Feedback gibt es? Was sollte anders gemacht werden? Mit diesen Daten lassen sich gezielte Maßnahmen einleiten. Unlocking Datas - communication is the key!

motivierte und glückliche mitarbeiterin
Bild: brooke cagle - unsplash.com

Fazit – Fluktuation im Überblick

So, Fluktuation…ist das jetzt gut oder schlecht? Naja, weder noch! Nur zu hoch darf sie nicht sein. Behalte die Mitarbeiter-Fluktuation Deines Unternehmens im Blick. Es gibt genug Maßnahmen, die Du ergreifen kannst, um für eine nachhaltige und langfristige Mitarbeiterbindung zu sorgen. Dazu gehören:
  • eine offene und transparente Kommunikation im Unternehmen über gemeinsame Ziele und Erwartungen (Keiner soll auf der Strecke bleiben)
  • Sammeln und Auswerten von Daten zur Mitarbeiterzufriedenheit durch Mitarbeiter-Umfragen + regelmäßige Feedbackschleifen 
  • Förderung der beruflichen Weiterentwicklung durch Weiterbildungs-Workshops, Seminaren oder Events 
  • eine moderne, faire und von Wertschätzung geprägte Unternehmenskultur 
  • Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse Deiner Mitarbeiter:innen durch flexibel und individuell einsetzbare Mitarbeiter-Benefits
  • ein moderner Führungsstil (“New Leadership”) – Führen auf Augenhöhe, die Führungskraft als Coach und Berater, Empowerment  
Die wichtigste Maßnahme für eine langfristige Mitarbeiterbindung ist und bleibt das Verstehen und dann logischerweise auch die Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse Deiner Mitarbeiter:innen. Warum sollten sie schließlich Dein Unternehmen verlassen, wenn sie bei Dir so arbeiten können, wie es am besten zu ihrem Leben passt? 🙂
Benefits für dein Team

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