Junge Geschäftsfrau in einem Cafè

New Work. Was ist das eigentlich? Vielleicht kommen Dir sofort einige Schlagworte in den Sinn wie Remote-Work, Coworking-Spaces oder Holokratie. Diese und viele weitere Begriffe fallen immer wieder, wenn von der Arbeitswelt der Zukunft gesprochen wird. Doch ist das alles wirklich New Work? Oder geht es vielmehr darum, auf die Wünsche der eigenen Mitarbeiter:innen einzugehen? Darum, sie selbst entscheiden zu lassen, wie sie arbeiten wollen?

Fakt ist: Unser Berufsleben befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nie war der Wunsch von Arbeitnehmer:innen  nach mehr Freiheit und Flexibilität größer. Nur wer sich den aktuellen Entwicklungen anpasst, findet seinen Platz in der neuen Arbeitswelt. Zu New Work gehören viele Themenbereiche und jeder einzelne ist wichtig. Sich einen Überblick über den gesamten Komplex der “Neuen Arbeit” zu verschaffen, kann mitunter schwer fallen. 

Dieser Artikel soll dabei helfen, den Einstieg in die Welt von New Work für Dich einfacher zu gestalten. Er gibt einen Überblick darüber, was New Work bedeutet, warum es so wichtig ist und welche konkreten Ansätze Dir bei der Integration in die Unternehmenskultur helfen können. Ebenso werfen wir einen Blick auf die vielen Chancen, die die “Neue Arbeit” Deinem Unternehmen ermöglicht — lassen aber auch mögliche Risiken nicht außer Acht. 

Gliederung

New Work – Definition

Digitalisierung und Globalisierung verändern alle Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens. Die Art, wie wir miteinander kommunizieren, unser Konsum von Kleidung, Lebensmitteln und Medien. Auch unsere Wünsche, Werte und Vorstellungen befinden sich im Wandel. Demnach kann auch die Art und Weise, wie wir arbeiten nicht mehr dieselbe sein wie noch vor 150 — oder sogar wie vor nur 20 Jahren.

Definition von Prof. Dr. Bergmann

Der österreichisch-amerikanische Sozialphilosoph prägte in  diesem Zusammenhang Ende der 1970er Jahre den Begriff von New Work. Demnach beschreibt New Work (dt. “Neue Arbeit”) den fundamentalen Wandel der Arbeitswelt durch Globalisierung und Digitalisierung und den Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. 

Was steckt hinter New Work?

Hinter dem Begriff New Work versteckt sich allerdings noch weitaus mehr als nur eine einfache Definition, die der Revolution in der Berufswelt einen hübschen Namen gibt. Das Konzept New Work gilt als Sammelbezeichnung für eine Vielzahl an meist alternativen sowie innovativen Arbeitsmodellen und Organisationsansätzen. Diese können sehr umfassend und auch verschieden sein, haben jedoch eine Sache gemeinsam: Die Mitarbeiter:innen mit ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen stehen klar im Fokus.
Übersichtsgrafik über Eigenschaften von New Work

Ein Blick in die Vergangenheit der Arbeitswelt

Um den Megatrend New Work greifbarer zu machen, hilft ein Blick in die Vergangenheit und auf das Verständnis von Arbeit zur Zeit der industriellen Revolution. Der einzelne Mensch ist heute nicht länger nur ein Mittel zum Zweck, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen (z.B. ein bestimmter Arbeitsschritt am Fließband). Statt als Werkzeug zu dienen, verwirklicht sich der Mensch als freies Individuum durch seine Arbeit selbst — statt sich nur selbst zu erhalten.
Das Prinzip der reinen Lohnarbeit wird also umgekehrt und die Arbeit nimmt eine sinnstiftende Funktion ein.

New Work Werte

Folgt man den zentralen Werten von Sinnstiftung, Freiheit und Selbstverwirklichung, ist Arbeit in New Work genau die Tätigkeit, die ein Mensch auch wirklich ausüben möchte. Natürlich basierend auf seiner aktuellen Lebenssituation, seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Die persönliche Freiheit der Arbeitnehmer:innen rückt in den Vordergrund. Sie steht nicht mehr im Widerspruch zur Arbeit.
Werte von New Work

Warum New Work im Unternehmen etablieren?

Wir befinden uns mitten in einer Revolution der Arbeitswelt. Neue Berufe entstehen durch Digitalisierung, Globalisierung und den Vormarsch Künstlicher Intelligenz. Durch eine tiefgreifende Prozessautomatisierung fallen einige Berufe weg — aber auch neue entstehen. Gerade in diesen relativ neuen Berufen ist der Fachkräftemangel deutlich zu spüren und das Akquirieren und Binden von neuen Talenten die Hauptaufgabe von Unternehmen. Geld als einziges Mittel zur Motivation reicht jedoch heute nicht mehr aus.  

Laut mehreren Studien sind Unternehmen, die Methoden der „Neuen Arbeit“ in ihrem Unternehmen eingeführt haben, für Arbeitnehmer:innen deutlich attraktiver. Die Studie “Arbeitsplatz der Zukunft 2018” hat gezeigt, dass 46,5% der befragten Arbeitnehmer:innen sich nach mehr Freiheit im Berufsleben und schließlich insgesamt nach einer besseren Work-Life-Balance sehnen. Auf Unternehmensseite sehen 89% der befragten Firmen New Work Maßnahmen wiederum als unbedingte Voraussetzung, um im “War for Talents” langfristig erfolgreich zu sein. 63% aller befragten Unternehmen haben bereits zukunftsgerichtete Methoden in ihre Unternehmenskultur integriert — ein sich abzeichnender Trend.

Methoden und Praxisbeispiele — Wie funktioniert New Work?

New Work ist keine Universallösung und auch die Umsetzung kann für Unternehmen (besonders für die HR und Führungsebene) durchaus zu einer Herausforderung werden. Je nach interner Unternehmenskultur bedeutet die Einführung neuer Methoden einen radikalen Umbruch in Kultur und Mindset des Unternehmens. Verunsicherungen aufgrund von Neuerungen können sich bemerkbar machen.

Damit New Work im Unternehmen Fuß fassen kann, müssen Veränderungen frühzeitig offen mit allen Mitarbeitern:innen kommuniziert werden —  das sorgt für mehr Akzeptanz. Transparenz gilt als das A und O. Die zahlreichen Vorteile, welche New Work Unternehmen und Mitarbeiter:innen bietet, sollten direkt angesprochen werden —  ebenso Herausforderungen und mögliche Risiken. Denn: New Work ist ein Gemeinschaftsprojekt. Nur wenn alle gemeinsam — Mitarbeiter:innen, HR und Führungsebene — an einem Strang ziehen, kann die  Unternehmenskultur nachhaltig verbessert werden. 

Um sich ein Bild über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen zu machen, eignen sich regelmäßige Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit. Wie fühlen sich die Mitarbeiter:innen mit den Neuerungen? Welche Verbesserungsvorschläge gibt es? Was gefällt den Mitarbeiter:innen gar nicht? New Work erfordert eine aktive Miteinbeziehung eines jeden Einzelnen.

New Work in der Praxis

Die Integration von New Work in die Unternehmenskultur ist keine Aufgabe, die Du von heute auf morgen erledigen kannst. Wie alle guten Dinge braucht die Entwicklung Zeit, um sich in der Praxis vollständig entfalten zu können. Dabei genügt es nicht, einfach mal schnell die Büroeinrichtung zu ändern. Die Änderungen müssen tiefer gehen und grundlegender sein. Das Wichtigste ist und bleibt dabei der Fokus auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen.

Team arbeitet gemeinsam am Whiteboard im Chill Space
Bild: master1305 - stock.adobe.com

Konkrete Schritte in die neue Arbeitswelt

1. Transparenz erzeugen

Ein erster wichtiger Schritt für die Integration von New Work ist das Erzeugen von Transparenz. Nur wenn sich alle Mitarbeiter:innen über die Ziele des Unternehmens im Klaren sind, können sie ihren Anteil am Erfolg leisten und den Sinn ihrer Arbeit verstehen —  das Fundament von New Work. Auch fühlen sie sich als wertvolles Mitglied des Teams und sind insgesamt zufriedener.

2. Flache Hierarchien etablieren

Zusätzlich sollten flache Hierarchien in Form von Holokratie eingeführt werden. Einzelne Teams übernehmen Verantwortung und handeln eigenständig und selbstverantwortlich mit dem Bewusstsein über Unternehmensziele. Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist der des “Mixed Team”. Projekte werden nach Interessen und Fähigkeiten verteilt, statt nach Rollen und Titeln. Oft finden in diesem agilen Projektmanagement auch Methoden aus der Softwareentwicklung Anwendung (z.B. Scrum), die für schnellere Entscheidungsprozesse und mehr Fortschritte sorgen. Es entsteht eine Silo-Gemeinschaft durch umfassende Vernetzung und eine offene Kommunikation der Mitarbeiter:innen in abteilungsübergreifenden, heterogenen Teams. Verschiedene Sichtweisen und Kompetenzen ermöglichen eine höhere  Innovationskraft, mehr Diversität und Commitment bei der Arbeit.

3. Mitarbeiterzentriertheit durch Benefits

Ein weiterer essentieller Pfeiler des New Work Konzeptes ist die Mitarbeiter-Zentriertheit. Ein abstrakter Begriff, hinter dem sich aber eine Menge an konkreten Schritten für HR und Führungsebene verbirgt.  Denn für viele Arbeitnehmer:innen ist Arbeit nicht mehr nur ein Mittel, um Geld zu verdienen, sondern ein wertgeschätzter Teil des eigenen Lebens. Die Grenze zwischen Privat- und Arbeitsleben verschwimmt immer mehr —  aus der Work-Life-Balance wird ein Work-Life-Blending. Durch flexible Arbeitsorte und -zeiten ist häufig keine klare Abgrenzung mehr möglich.

Individuelle Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen müssen deswegen unbedingt berücksichtigt werden, um für Bindung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu sorgen. Hier sind flexible und individuell einsetzbare Benefits für Mitarbeiter:innen die perfekte Lösung. Sie können Mitarbeitende genau auf die Art und Weise unterstützen, wie sie es brauchen — ob auf dem Arbeitsweg (Jobbike, ÖPNV-Ticket), auf Arbeit (Hardware, Essensmarken) oder für Freizeit und Zukunft (Sachbezug, bAV, Erholungsbeihilfe).

4. Mitarbeiter:innen als Intrapreneure

Nicht nur die Rolle von Führungskräften ändert sich durch New Work, die sich nun statt strikter Weisungsgeber:innen als gleichgestellte Coaches und Berater:innen verstehen. Auch die einzelnen Mitarbeiter:innen erlangen neue Verantwortungen und Befugnisse. Nicht länger beschränken sich Mitarbeitende auf das Ausführen von oben durch gegebenen Befehlen. Sie agieren vielmehr als Intrapreneure — als Unternehmer:innen im Unternehmen. Führungskräfte haben daher die Aufgabe, Mitarbeitende zu eigenständigen Entscheidungen zu befähigen und vor allem zu ermutigen diese selbstbewusst zu treffen. Die Leidenschaft für die eigene Arbeit wächst und Prozessketten werden enorm beschleunigt. Es wird klar: Die Umsetzung von New Work ist keinesfalls nur von oben nach unten (top-down) sondern unbedingt auch von unten nach oben (bottom-up) zu vollziehen.

5. Passende Tools und Prozesse finden

Damit die digitale Zusammenarbeit reibungslos funktioniert, müssen passende und einheitliche Tools gefunden werden. Unternehmen müssen sich entscheiden, welche Chat- und Meeting Tools (z.B. Slack, Google Meet, Zoom,…) sie verwenden wollen, um miteinander zu kommunizieren. So entsteht eine einheitliche Arbeitsoberfläche und Klarheit darüber, welche Themen wo und wann kommuniziert werden.

Auf Prozessseite braucht es gleichzeitig agile Managementmethoden. Immer beliebter werden in diesem Zusammenhang OKRs, also Objectives und Key Results. Die Objectives geben dabei ein klares, langfristiges Ziel vor. Dieses kann durchaus mutig und ambitioniert sein. Währenddessen sollen die Key Results den Weg zum gesetzten Ziel messbar gestalten. Sie helfen zu verstehen, ob und wann das Ziel erreicht wird. Klare Ziele und messbare Indikatoren liefern auf diesem Weg die nötige Transparenz und Klarheit, die es für motiviertes und erfolgreiches Arbeiten braucht.

Tools für New-Work

New Work: Vorteile und Herausforderungen

New Work ist das Tor in die Zukunft der Arbeitswelt und bietet eine Menge an Chancen und Vorteilen — für Unternehmen und für alle ihre Mitarbeiter:innen. Doch die Neuerungen bergen auch Risiken.  Für eine erfolgreiche Umsetzung müssen neben den vielen Vorteilen auch die möglichen Herausforderungen verstanden werden.
Vor- und Nachteile von New-Werk

Fazit – New Work = Erfolg

Die Zukunft der Arbeitswelt gehört denen, die New Work in ihre Unternehmenskultur integrieren und die Wünsche ihrer Mitarbeiter:innen berücksichtigen. Nur mit modernen Ansätzen und einem flexiblen Mindset können Unternehmen sich an die rasant entwickelnde digitalisierte und globalisierte Welt anpassen — und Erfolge feiern!

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